
Chirurgische Klinik II: Unfallchirurgie, Orthopädie und Wieder-herstellungschirurgie
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Leistungsspektrum
Leistungsspektrum
- Verletzungen, Verletzungsfolgen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates
- Gelenkoperationen (nach Verletzungen, bei Arthrose und Rheuma)
- Endoprothetik (Gelenkersatz) der großen Gelenke mit Wechseloperationen
- Arthroskopische Chirurgie (Gelenkspiegelungen)
- Hand- und Fußchirurgie (u. a. Karpaltunnel-Syndrom, Morbus Dupuytren, Hallux valgus, komplexe Fußkorrekturen)
- Korrigierende Eingriffe an den Extremitäten
- Versorgung Schwerstverletzter (in Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen im Klinikum)
- Frührehabilitation Unfallverletzter und am Bewegungsapparat Erkrankter
- Kindertraumatologie
- Sporttraumatologie
- Alterstraumatologie mit geriatrischer frührehabilitativer Komplextherapie
- Neurochirurgie
Besondere Schwerpunkte
DGU-zertifiziertes Traumazentrum
DGU-zertifiziertes Traumazentrum
Seit Juni 2010 ist das Klinikum Ansbach als Regionales Traumazentrum Ansbach im Traumanetzwerk der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) anerkannt.
Pro Jahr werden 35.000 schwerverletzte Patienten in deutsche Kliniken eingeliefert. Ob sie überleben oder nicht, entscheidet sich häufig in den ersten Minuten. Viele Schwer- und Schwerstverletzte erreichen in einem sehr kritischen Zustand den Schockraum der Kliniken, nicht nur wegen der Unfallschwere, sondern auch weil Rettung und Transport des Patienten wertvolle Zeit bis zur Einlieferung in die Klinik verstreichen lassen. Dabei ist besonders die erste Stunde des polytraumatisierten Patienten maßgeblich für dessen weiteres Schicksal („golden hour“).
Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat aufgrund langjähriger Erfahrung und wissenschaftlicher Erkenntnisse ein Konzept zur Einrichtung von an die örtlichen Gegebenheiten angepassten Netzwerken von Kliniken zur Schwerverletztenversorgung entwickelt. Ziel der Bildung von Traumanetzwerken ist der Erhalt und die Verbesserung der flächendeckenden Versorgungsqualität von Schwerverletzten jederzeit und an jedem Ort durch verbesserte Kommunikation, abgestimmte Versorgungsstandards und qualitätsgestützte Kooperation. Die daran teilnehmenden Einrichtungen übernehmen entsprechend ihrer Ausstattung und Struktur unterschiedliche Aufgaben in diesem Netzwerk als überregionale, regionale oder lokale Traumazentren. Die lokalen Traumazentren sind für die Basisversorgung zuständig, die regionalen für Schwerverletzte und die überregionalen für Problemfälle. Mit dieser Klassifizierung soll in Notfällen schneller entschieden werden können, wohin Unfallopfer gebracht werden.
Das Klinikum Ansbach ist seit 25. Juni 2010 Regionales Traumazentrum. Die akkreditierte und unabhängige Prüfungsgesellschaft Diocert hat im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) im Klinikum ein Audit durchgeführt und anschließend bescheinigt, dass „das Klinikum Ansbach als Regionales Traumazentrum im TraumaNetzwerkD DGU TNW-Nordbayern-Würzburg die Erfüllung der Anforderungen zur Behandlung von Schwerverletzten ... nachweisen konnte“. Als besonders positiv wurden im Begehungsbericht hervorgehoben: die großzügigen Räumlichkeiten, die gut durchdachte Einrichtung des Schockraumes, die Systematik und die sehr engagierten Mitarbeiter sowie die gute Vorbereitung auf das Audit.
Das Klinikum Ansbach kann sich nun im Traumanetzwerk mit den Schwerpunktversorgern in Süddeutschland vergleichen, die ebenfalls in ihrem Umfeld als regionales Traumazentrum zertifiziert sind. Dazu gehören z. B. Klinikum Fürth, Julius-Spital Würzburg, Klinikum Schwäbisch-Hall, Klinikum Aalen, Klinik Leopoldina in Schweinfurt, Klinikum Neumarkt und Klinikum Amberg (Stand Anfang August). Als überregionale Traumazentren mit höherer Versorgungsstufe sind in direkter Umgebung nur das Klinikum Nürnberg, die Universitätsklinik Erlangen und die Universitätsklinik Würzburg eingestuft.
Jährlich werden in der Chirurgischen Klinik II (Unfallchirurgie, Orthopädie und Wiederherstellungschirurgie) des Klinikums Ansbach ca. 8.000 Patienten ambulant und stationär versorgt.
Beispiel: zentraler Beckenbruch (Acetabulumfraktur)
Endoprothetik
Endoprothetik
Endoprothese (Definition)
Bei Endoprothesen (von griech.: endo "innen") handelt es sich um Implantate, welche dauerhaft im Körper verbleiben. Am bekanntesten sind die künstlichen Hüftgelenke. Qualitativ hochwertige Endoprothesen stehen heute für weitere Gelenke zur Verfügung (Kniegelenk, Schultergelenk, Sprunggelenk, Ellenbogengelenk und Fingergelenke), wobei die nicht traumatisch bedingten Gelenkveränderungen die häufigste Indikation zur Operation darstellen.
Verankerung
Grundsätzlich entsteht der dauerhafte Halt einer Prothese durch vom Körper neu gebildete Knochensubstanz, die die Prothese fest umschließt. Je nach Knochenqualität ist Knochenzement erforderlich. Knochenzement ist im Prinzip ein Zwei-Komponenten-Klebstoff, ein Gemisch aus Binder und Härter, wie er auch in vielen technischen Bereichen Einsatz findet. Chemisch handelt es sich um ein polymeres Methyl-Methacrylat (PMMA).
Systeme
Um die Standzeit einer Gelenkendoprothese zu erhöhen kommen immer weitere Formen und Verbesserungen der Werkstoffe auf den Markt. Zum Beispiel soll eine "kreuzvernetzte PE-Struktur" den Abrieb (durch die Artikulationsreibung entstehende Partikelfreisetzung des Polyethylens) stark vermindern. Am Klinikum Ansbach kommen nur sehr hochwertige Systeme von führenden Herstellern aus Deutschland, der Schweiz und den USA zum Einsatz.
Betreuung nach der Operation
In den ersten Tagen nach der Operation werden Wundschmerzen mit Medikamenten aufgefangen. Die krankengymnastische Bewegungstherapie des operierten Beines beginnt. Das postoperative Vorgehen unterscheidet sich zwischen zementierten und zementfreien Prothesen. Während der große Vorteil von zementierten Prothesen darin besteht, dass die Mobilisation bereits am ersten Tag nach der Operation beginnt und der Patient die ersten Schritte gehen kann, erfolgt bei zementfreien Prothesen in der ersten postoperativen Woche noch keine Belastung der Prothese, damit die recht langsam erfolgende knöcherne Integration nicht gestört wird.
In den ersten Wochen werden Unterarmgehstützen benutzt, um die Gangsicherheit zu verbessern und das operierte Hüftgelenk nicht zu überlasten. Die stationäre Behandlung dauert nach einem komplikationslosen Eingriff ca. 10 Tage. In dieser Zeit wird ggf. eine Anschlussheilbehandlung eigeleitet. In Rehabilitationskliniken kann die Mobilität weiter verbessert und die das Hüftgelenk stabilisierende Muskulatur gezielt trainiert werden.
Innovative Muskuloskelettalchirurgie
Innovative Muskuloskelettalchirurgie
Das Klinikum Ansbach verfügt als einziges Schwerpunktkrankenhaus der Region über die Möglichkeiten einer intraoperativen 3D-Bildgebung zur millimetergenauen Beurteilung des Repositionsergebnisses bei Gelenkfrakturen bzw. zur Navigation.
Diese Methode der intraoperativen 3D-Bildgebung mit einem mobilen Bildwandlersystem kombiniert die intraoperativ routinemäßig praktizierte C-Bogen-Anwendung mit den Vorteilen einer intraoperativen 3D-Darstellung. Bisher war die intraoperative 3D Darstellung knöcherner Strukturen nur in wenigen Universitätskliniken mit intraoperativem CT möglich.
Bei der intraoperativen 3D-Bildgebung mit mobilen C-Bögen wie am Klinikum Ansbach wird der C-Bogen kontinuierlich motorisch um das Operationsfeld bewegt. Während der Rotation werden in äquidistanten Winkelabständen Fluoro-Projektionsbilder aufgenommen, aus denen dann ein hochaufgelöster 3D-Bilddatensatz des OP-Gebietes berechnet werden kann.
Das Ergebnis ist ein 3D-Bilddatensatz, der in verschiedenen Darstellungsformen dem Operateur unmittelbar zur Verfügung steht. Die 3D-Aufnahmen können während des operativen Eingriffes jederzeit wiederholt und so auch unter anderem zur intraoperativen Ergebniskontrolle herangezogen werden. Idealerweise kann der so erhaltene 3D-Bilddatensatz zur chirurgischen Navigation im Rahmen der computerassistierten Chirurgie verwendet (siehe Beispielpatient).
Dies stellt einen Quantensprung in der Versorgung großer gelenknaher Frakturen (z. B. Acetabulumfraktur, Tibiakopffraktur, Calcaneusfraktur) oder spezieller Verletzungsformen dar.
Beispiel:
Intraoperative CT-gestützte Navigation mit Ileosacralverschraubung beidseits
Kyphoplastie
10.11.2009
Kyphoplastie


Auf dieser Seite möchten wir Sie über ein relativ neues operatives Verfahren zur Behandlung von schmerzhaften Wirbelkörperbrüchen informieren, das Prof. Dr. Huber am Universitätsklinikum Heidelberg seit mehreren Jahren mit sehr großem Erfolg praktiziert und wissenschaftlich untersucht hat.
Eine von ihm geführte Ärztegruppe am Universitätsklinikum Heidelberg hat ca. 1.400 Kyphoplastien durchgeführt (siehe Literatur). Mit einem Kunststoffmaterial oder einem speziellen Biozement konnten gebrochene Wirbelkörper wieder stabilisiert werden. Fast alle Patienten konnten weitgehend von ihren Schmerzen befreit werden und sind erheblich beweglicher als vor dem Eingriff.
Dieses Verfahren können wir Ihnen seit November 2009 am Klinikum Ansbach mit gleicher hervorragender Qualität verlässlich anbieten.
Für wen kommt Kyphoplastie in Frage?
Rückenschmerzen entstehen bei einem Teil der Patienten durch einbrechende Wirbelkörper. In diesen Fällen kann die Kyphoplastie eine schnelle und durchgreifende Beschwerdelinderung bringen, unabhängig davon, wie alt die Wirbelkörperfraktur ist.
Die Anwendungsgebiete sind:
- akuter schmerzhafter Wirbelkörpereinbruch bei Osteoporose
- chronisch schmerzhaft eingebrochener Wirbelkörper bei Osteoporose
- unfallbedingte frische Wirbelkörperfraktur, sofern es sich nicht um einen Berstungs- oder Trümmerbruch handelt (behandelbar sind sogenannte Typ A1.1- und A1.2-Frakturen)
- bösartige und gutartige Tumoren im Wirbelkörper mit Schmerzen oder drohendem Stabilitätsverlust, z. B. Myelom (Knochenmarksgeschwulst), Hämangiom (Blutgefäßgeschwulst);
- pathologischer Wirbelkörpereinbruch bei den Knochen auflösenden Knochenmetastasen, die Schmerzen verursachen oder die Stabilität des Wirbelkörpers bedrohen.
Derzeit nicht geeignet ist die Kyphoplastie zur kosmetischen Korrektur einer verkrümmten Wirbelsäule, und sie ist auch nicht sinnvoll bei einem Bandscheibenvorfall.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Prof. Dr. med. Franz-Xaver Huber
Chefarzt
Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie
und Wiederherstellungschirurgie
Aktuelle Literatur (Auswahl):
Kyphoplasty for patients with multiple myeloma is a safe surgical procedure: results from a large patient cohort.
Huber FX, McArthur N, Tanner M, Gritzbach B, Schoierer O, Rothfischer W, Krohmer G, Lessl E, Baier M, Meeder PJ, Kasperk C.
Clin Lymphoma Myeloma. 2009 Oct;9(5):375-80.
1150 kyphoplasties over 7 years: indications, techniques, and intraoperative complications.
McArthur N, Kasperk C, Baier M, Tanner M, Gritzbach B, Schoierer O, Rothfischer W, Krohmer G, Hillmeier J, Kock HJ, Meeder PJ, Huber FX.
Orthopedics. 2009 Feb;32(2):90.
Kyphoplasty : method for minimally invasive treatment of painful vertebral fractures]
Kasperk C, Nöldge G, Meeder P, Nawroth P, Huber FX.
Chirurg. 2008 Oct;79(10):944-50, 952-5. German.
Neurochirurgie
Neurochirurgie
Die Neurochirurgie befasst sich mit der Erkennung und operativen Behandlung von Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen des zentralen Nervensystems und seiner Hüllen, des peripheren und vegetativen Nervensystems sowie den entsprechenden Voruntersuchungen, konservativen Behandlungsverfahren und der Rehabilitation.
Die Chirurgische Klinik II kann ein breites Spektrum neurochirurgischer Operationen anbieten. Dazu zählen:
- die operative Behandlung von Patienten mit akutem neurochirurgischen Notfall wie Schädel-Hirn- Verletzungen, Wirbelsäulenverletzungen sowie nicht-traumatische spontane Hirnblutungen
- die mikrochirurgische Operation von Tumoren des peripheren und zentralen Nervensystems wie Gliome, Meningeome und Hirnmetastasen unter Einsatz von Operationsmikroskop und Mikro-Instrumentarium
- neurochirurgische Behandlung von degenerativen Wirbelsäulenerkrankung mit Kompression von Nervenwurzel oder Rückenmark, meist durch einen Bandscheibenvorfall oder eine Wirbelkanaleinengung
- neurochirurgische Behandlung von Wirbelsäulentumoren
- Cerebralshunt bei Patienten mit einem Hydrocephalus (Hirnwasseraufstau)
- Engpasssyndrome oder Kompressionssyndrome der peripheren Nerven wie Karpaltunnel-Syndrom oder Sulcus ulnaris-Syndrom.
Ermöglicht wird dies durch Oberarzt Reza Patuiha. Facharzt für Neurochirurgie, der seit April 2010 die Sektion Neurochirurgie in der Chirurgischen Klinik II leitet.
Alterstraumatologie
Alterstraumatologie
Im Alter nimmt die Dichte, Festigkeit und Elastizität des Knochens ab, sodass schon einfache Stürze zu schweren Verletzungen und Knochenbrüchen führen können. Ferner steigt mit höherem Alter die Häufigkeit von chronischen Erkrankungen, die zu Gangunsicherheit und erhöhter Fallneigung führen können. Die häufigsten Brüche unserer älteren Patienten sind hüftgelenksnahe Frakturen, Oberarmkopfbrüche, Wirbelkörperbrüche und Frakturen des Handgelenks.
In unserer Klinik finden eine Vielzahl von winkelstabilen und minimalinvasiven Spezialimplantaten des Weltmarktführers Synthes Verwendung, die eine gute Verankerung auch in osteoporotischen Knochen ermöglichen. Die teils aufwendigen Verfahrenstechniken gewährleisten eine für die umliegenden Weichteile schonende und sichere Verankerung. Ziel ist, eine Belastbarkeit zur raschen Wiedereingliederung in den Alltag zu gewährleisten und eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit zu verhindern.
Unser zertifiziertes regionales Traumazentrum ist auf die Versorgung älterer verletzter Patienten spezialisiert. Dies wird durch ein durchgehendes interdisziplinäres Konzept gewährleistet. Unser Spektrum reicht von der Notfallbehandlung in der Notaufnahme über die rasche, patientengerechte operative Versorgung, die geriatrisch-internistische Behandlung von Begleit- und Grunderkrankungen bis zur Einleitung der anschließenden Rehabilitation.
Beispiel:
101 jährige Patientin mit pertrochantärer Femurfraktur
















